Aktuelles

Zurzeit bereiten wir eine Gesundheitsmesse vor.

Plastination

 

Grundlage:

 

Aufgrund der besonderen Art soll diese allgemeine Info Ihnen einen Einblick in die Welt der Plastination geben.

 

Die Ausstellung Dirk Piper´s Art of Bodies / Die Welt der Körper ist eine Ansammlung von humanen und tierischen Plastinationen.

Höchste Qualität der Ausstellungsstücke wird garantiert. Der Plastinator Dirk Piper ist dahingehend orientiert, dass die Ausstellung Körperwelten nicht kopiert wird, sondern einen eigenen Einfluss in die künstlerische Gestaltung der Human-Plastinate erhält.

Herr Piper ist selbst als Plastinator an der Entstehung der humanen und tierischen Plastinate beteiligt und fertigt diese zum Teil nach seinen Vorstellungen.

 

Insbesondere die Strapazierfähigkeit, Dauerhaftigkeit und die Realitätsnähe plastinierter Präparate und der damit verbundene hohe didaktische Wert für die Lehre haben dazu beigetragen.

 

Die Ausstellungen eröffnen somit dem medizinischen Laien die Möglichkeit, seinen Körper und dessen Funktionen besser zu verstehen. Sie helfen ihm, die Natürlichkeit seines Körpers wieder ins Bewusstsein zu rufen und eine Vorstellung von der Individualität und anatomischen Schönheit des Körperinneren zu gewinnen.

 

Teilweise werden Schnitt- oder Ganzkörper-Plastinate in der Ausstellung gezeigt. An Monitoren werden einzelne Bereiche beschrieben.

 

Die Gesamtausstellung ist in vier Bereiche unterteilt:

 

Im ersten Bereiche finden Sie ausschließlich tierische Plastinationen,

im zweiten Bereich humane Plastinationen,

im dritten Bereich Anatomische Zeichnungen von Leonardo da Vinci

und im vierten Bereich: Vom Tatort zur Rechtsmedizin / Forensik.

 

Bevor Besucher in den vierten Bereich gelangen, haben sie die Möglichkeit, die Ausstellung zu verlassen.

 

Grundsätzlich ist ein Besuch ab 8 Jahren mit Begleitung vorgesehen.

 

Für die Art of Bodies Kurzausstellungen werden aus den Bereichen 1 – 3 einige schöne Ausstellungsstücke präsentiert.

 

Information


Die von uns gezeigten Plastinate werden von Plastinations-Institute und medizinischen Hochschulen oder aus privatem Besitz zur Verfügung gestellt und dienen ansonsten u. a. der Ausbildung von Medizinern. Wir stehen ausdrücklich nicht mit der Körperwelten Ausstellung von Herrn von Hagens in Verbindung und haben keine Plastinate aus der Körperwelten Ausstellung.

Die Plastinate der Ausstellung Dirk Piper´s Art of Bodies werden von einem juristischen und medizinischen Expertenteam und einer Ethikkommision untersucht, um sicherzustellen, dass es sich bei den Plastinaten um freiwillige Körperspenden handelt.


Ziel der Ausstellung ist die gesundheitliche Aufklärung. Zum einen wird an 400 Einzelpräparaten beim Vergleich von gesunden und kranken Organen, wie z. B. einer gesunden Lunge und einer Raucherlunge, auf die Wichtigkeit einer gesunden Lebensführung hingewiesen. Zum anderen wird an 3 lebensnah positionierten Ganzkörperpräparaten gezeigt, wo diese Organe liegen und was wir sind: fragile Natur in einer technisierten Welt.

 

Beginn einer neuen Anatomie

 

Traditionell machen sich Studierende der Medizin in der Anatomie mit dem menschlichen Organismus durch “Wegnehmen“ vertraut. Erst lösen sie von der Leiche die Haut ab, dann entfernen sie Muskel um Muskel an den Gliedmaßen, schließlich Brust- und Bauchwand. Nach Entnahme der Organe wird der Rest bis auf die Knochen und Bänder – wie es bezeichnenderweise heißt – “herunterpräpariert”.

Die Anatomie ist ein medizinisches Lehrfach, das – wie Fachlexika es so oder ähnlich definieren – auf der Zergliederung von Toten basiert und sich mit Form, Bau und Struktur des menschlichen Körpers bis in feinste Details des Gewebes einschließlich funktionaler Aspekte und der vorgeburtlichen Entwicklung befasst.

In diesem Sinne unterscheidet sich die Plastination zunächst in keiner Weise von der herkömmlichen Anatomie. Allerdings ermöglicht die innovative Konservierungsform völlig neuartige Präparat-Typen.

 

Durch die Verfestigung der Kunststoffe können z. B. die normalerweise schlaffen Muskeln Haltefunktionen übernehmen und den Körper entweder im Ganzen in ungewöhnlichen Stellungen oder auch in verschiedenen Stadien der anatomischen Präparation erhalten. Der Körper lässt sich sogar – zerlegt in jeweils interessierende Teilstücke – in alle Raumrichtungen ausdehnen. Damit werden Zwischenräume geschaffen, die informative Ein- und Durchblicke eröffnen sowie sonst verborgene strukturelle Zusammenhänge erkennen lassen. Plastinate übertreffen in ihrer Aussagekraft – eben weil sie aus natürlichen, individuell gewachsenen Körpern bestehen – künstliche dreidimensionale Modelle des menschlichen Organismus, die nun einmal schematisiert sein müssen. Mitunter zeigen sie sogar mehr als unbehandelte anatomische Präparate.

In transparenten Körperscheiben beispielsweise lassen sich feinste Nervenverläufe in die Tiefe verfolgen, und die graue Substanz von Gehirnscheiben grenzt sich besser gegen das weiße Mark ab als in dem frischen Organ. Die mikroskopisch kleinen Zellverbände behalten, wenn die physikalisch-chemische Behandlung richtig durchgeführt wird, ihre ursprüngliche Form.

So werden Plastinate zu einer optisch sehr ansprechenden, die funktionalen Strukturen optimal verdeutlichenden Darstellungsform des konservierten Körpers.

 

Konservierung durch Plastination

 

Das Studium an biologischen Präparaten wird durch Verwesungsprozesse in erheblicher Weise behindert. Seit Jahrhunderten resultiert daraus der Wunsch nach geeigneten Konservierungsverfahren. Mit Hilfe der Technik der Plastination gelingt es, verwesliche Präparate für Forschung, Lehre und Demonstrationszwecke lebensnah und dauerhaft zu erhalten.

In einem Vakuumprozess werden die Präparate dazu mit speziellen Reaktionskunststoffen imprägniert.

 

Die mechanischen (flexibel oder hart) und optischen (transparent oder opak) Eigenschaften der verwendeten Polymere bestimmen jeweils den Charakter der konservierten Objekte.

 

Plastinierte Präparate sind trocken und geruchsfrei, sie behalten ihr natürliches Oberflächenrelief und sind bis in den mikroskopischen Bereich hinein identisch mit ihrem Zustand vor der Konservierung. Selbst histologische Untersuchungen bleiben so weiterhin möglich.

Das Verfahren der Plastination beruht auf dem Austausch des Gewebswassers und des Gewebsfettes durch einen Reaktionskunststoff, wie z. B. Silikonkautschuk, Epoxid- oder Polyesterharz: In einem Lösungsmittelbad wird zunächst im Gefrieraustausch das Gewebswasser und später bei Raumtemperatur das Gewebsfett allmählich durch das Lösungsmittel Aceton ersetzt.

 

Das entwässerte und entfettete Präparat legt man danach in die Kunststofflösung ein. Im Vakuum wird dann das Lösungsmittel zum Sieden gebracht und kontinuierlich aus dem Präparat extrahiert. Durch den dabei entstehenden Sog fließt allmählich Kunststoff in das Gewebe ein. Nach diesem Prozess der “Forcierten Imprägnierung” erfolgt die Härtung, je nach Art des verwendeten Kunststoffes mit Hilfe von Gas, Licht oder Wärme.

 

Eine besondere Variante der Plastination stellt die “Scheibenplastination” dar. Hierbei werden Präparate wie z. B. einzelne Organe oder ganze Körper in meist tief gefrorenem Zustand zunächst in 2-8 mm dicke Scheiben gesägt bzw. geschnitten.

 

Die gewonnenen Scheiben werden dann zwischen Gitternetzen liegend entwässert, entfettet und schließlich im Vakuum mit Kunststoff imprägniert. Um den Präparaten eine glatte Oberfläche zu geben, werden die imprägnierten Scheiben zwischen Folien ausgehärtet oder in einer Flachkammer zusätzlich mit Kunststoff umgossen.

 

Der Brechungsindex des verwendeten Harzes bestimmt die optischen Eigenschaften plastinierter Körperscheiben:Epoxydharz bewirkt Transparenz sowie eine gute Farbgebung der einzelnen Gewebe, das bei der Gehirnscheiben-Plastination verwendete Polyesterharz eine besonders gute Differenzierung zwischen weißer und grauer Hirnsubstanz.

 

Plastinierte Organ- und Körperscheiben stellen ein hervorragendes Lehrmittel für die zunehmend an Bedeutung gewinnende Schnittanatomie dar und können gut mit radiologischen Bildern korreliert werden. Serienschnitte transparenter Körperscheiben sind bei verschiedenen wissenschaftlichen Fragestellungen hilfreich.

Sie stellen darüber hinaus ein geeignetes diagnostisches Hilfsmittel in der Pathologie dar, da sie ein schnelles makroskopisch-diagnostisches Screening ganzer Organe oder Operationspräparate ermöglichen. Pathologische Gewebsareale können weiterhin selektiv mit konventionellen histologischen Methoden analysiert werden.

Es handelt sich um echte Plastinate von echten Körpern und keine Imitationen. Unsere Ausstellung dient der gesundheitlichen Aufklärung, der allgemeinen Information und soll die Besucher dazu bewegen, ihre Organe als Organspender zur Verfügung zu stellen.