Aktuelles

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Behandlung

 

Therapie

 

Experimentelle Therapien während der Ebolafieber-Epidemie 2014

 

Zur Behandlung wird eine symptomatische Therapie durchgeführt. Im Frühstadium gibt es vereinzelt Erfolge mit Rekonvaleszentenserum. Ein wirksames Virostatikum ist bisher nicht bekannt, Ribavirin zeigt gegen

Filoviren keine Wirkung.

 

Die Isolierung der Patienten ist von großer Bedeutung, um eine Infektion des medizinischen Personals oder anderer Patienten zu verhindern. Die symptomatische Therapie beinhaltet eine intensivmedizinische Betreuung, bei der fiebersenkende Maßnahmen, Ausgleich des Flüssigkeits- und 

Elektrolytverlustes sowie Regulierung des Glucosehaushalts im Mittelpunkt stehen.

 

Intensivbehandlung

 

Das Wichtigste ist, die Körperfunktion aufrechtzuerhalten, die das Virus lahmlegt. 

Zur Basisversorgung von Patienten gehören künstliche Beatmung, Unterstützung der Darmfunktion und die Wärmeregulation des Körpers.

Da Patienten sich oft übergeben und unter Durchfall leiden, muss Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden.

Über Infusionen werden daher Nährstoffe gegeben.

Durch Blutwäsche muss das häufig auftretende Nierenversagen bekämpft werden. Hierdurch werden Schadstoffe aus dem Blut gefiltert und die Zeit überbrückt, bis die Nieren wieder selbstständig arbeiten.   

 

Ebola bricht erfahrungsgemäß nach fünf bis acht Tagen nach Kontakt mit dem Erreger aus.

Heimkehrer aus Ebola-Gebieten können jedoch erst nach 21 Tagen davon ausgehen, dass sie nicht erkranken.

 

Wird die Erkrankung überlebt, können in der Rekonvaleszenz Komplikationen auftreten – beschrieben wurden Psychosen, Myelitis, Hepatitis, Uveitis.

Im Zuge der Ebolaepidemie 2014 erfolgte erstmals die Behandlung von zwei US-amerikanischen Infizierten mit einem experimentellen Antikörper. Der Name des nicht zugelassenen Medikaments der Firma Mapp Biopharmaceutical aus San Diego lautet ZMapp.

Es wurde erfolgreich an einigen Affen getestet und zeigte bei den beiden US-Amerikanern deutliche Verbesserungen innerhalb weniger Stunden.

 

Mit Ebola-Virus infizierte Rhesusaffen und Makaken konnten noch bis zu 5 Tagen nach der Infektion durch den Einsatz stabiler gegen das L-Protein der RNA-Polymerase, das Virusprotein 24 und das Virusprotein 35 des Ebola-Virus gerichteter kurzer eingreifender Ribonukleinsäuremoleküle, sogenannter small interfering RNA (siRNA), gerettet werden. Von den mit siRNA behandelten 3 Rhesusaffen überlebten 2, von den 7 Makaken überlebten alle.

 

 

Behandlungseinrichtungen

 

Isolationsgerät für Ebola-Infizierte 1976 in Zaire (Bild oben)

 

An folgenden deutschen Kliniken werden Sonderisolierstationen für hochinfektiöse Patienten vorgehalten:

 

Charité in Berlin
Universitätsklinikum Düsseldorf
Universitätsklinikum Frankfurt am Main
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Klinikum St. Georg Leipzig
Klinikum Schwabing in München
Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart
Missionsärztliches Institut in Würzburg (derzeit allerdings keine Akutbehandlung möglich)

 

In Österreich verfügt das Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien über eine Sonderisolierstation.

 

Im Rahmen der Ebolafieber-Epidemie 2014 wurden Infizierte am UKE in Hamburg und am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main behandelt. Nach Angaben des Universitätsklinikums in Hamburg-Eppendorf können dort bis zu sechs Patienten gleichzeitig auf der Sonderisolierstation behandelt werden. Für die Betreuung des infizierten Senegalesen wurden 50 Pflegekräfte und 30 Ärzte geschult.

 

Auch das Frankfurter Klinikum gab an, bis zu sechs Patienten gleichzeitig auf der Sonderisolierstation aufnehmen zu können.

 

Präventionsmaßnahmen während der Behandlung

 

Begleitend zur Behandlung infizierter Patienten sind auch Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen anzuwenden, um die Übertragung durch kontaminierte Gegenstände und Oberflächen zu unterbinden.

Dies dient dem Schutz des medizinischen Personals oder der Angehörigen.

 

Das Robert Koch-Institut empfiehlt für die Desinfektion von Oberflächen wie auch für die Händedesinfektion Mittel mit dem Wirkungsbereich „begrenzt viruzid“ bzw. „viruzid“. Listen mit geeigneten Desinfektionsmitteln sind beim RKI oder beim Verbund für Angewandte Hygiene (VAH) erhältlich.

 

Für den Fall eines möglichen Kontakts mit dem Virus sind zur postexpositionellen Prophylaxe (PEP) Maßnahmen zur Haut- und Schleimhautdesinfektion nötig. Nach Angaben des RKI sollte analog der Deutsch-Österreichischen Leitlinien zur HIV-PEP vorgegangen werden.

 

Ebenso muss das medizinische Personal über eine persönliche Schutzausrüstung verfügen (siehe Übertragung des Ebolavirus).